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20. – 22. NOVEMBER 2026 +++ THEMA: GEWALT UND GESCHLECHTERROLLEN +++ 20. – 22. NOVEMBER 2026 +++ THEMA: GEWALT UND GESCHLECHTERROLLEN +++ 20. – 22. NOVEMBER 2026 +++ THEMA: GEWALT UND GESCHLECHTERROLLEN +++ 20. – 22. NOVEMBER 2026 +++ THEMA: GEWALT UND GESCHLECHTERROLLEN +++
Countdown zum Forum 2026
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Forum „Gewalt im Alltag“ 2026

Das Veranstaltungsprogramm

Drei Tage, drei Räume, viele Perspektiven: Bei unserem Forum „Gewalt im Alltag“ beschäftigen wir uns in diesem Jahr mit dem Zusammenhang von Gewalt und Geschlechterrollen.

Am ersten Tag steht Gewalt im privaten Raum im Mittelpunkt, am zweiten Tag richten wir den Blick auf den digitalen Raum und am dritten Tag beschäftigen wir uns mit Gewalt im öffentlichen Raum. Gemeinsam mit Expert:innen aus Wissenschaft, Politik, NGOs und der Hilfelandschaft sowie mit Betroffenen beleuchten wir unterschiedliche Formen von Gewalt, hinterfragen gesellschaftliche Rollenbilder und diskutieren Möglichkeiten für Schutz und Prävention.

Kurze fachliche Impulse und anschließende Gesprächsrunden bieten Raum für unterschiedliche Perspektiven und Fragen aus dem Publikum.

Das detaillierte Programm mit allen Themen, Uhrzeiten und Speaker:innen veröffentlichen wir in Kürze an dieser Stelle.

Unsere Speaker:innen

Gewalt und Geschlechterrollen haben viele Facetten. Deshalb bringen wir bei „Gewalt im Alltag“ unterschiedliche Perspektiven zusammen: Menschen aus Wissenschaft, Politik, NGOs und der Hilfelandschaft sowie Menschen, die selbst Gewalt erlebt haben. Sie teilen ihr Wissen, ihre Erfahrungen und persönlichen Geschichten, hinterfragen gesellschaftliche Rollenbilder und diskutieren, was sich verändern muss.

Hier stellen wir unsere Speaker:innen vor, sortiert nach Veranstaltungstagen und Themenschwerpunkten.

Einführung und Moderation

20. November | 10:30 – 12:30

Privater Raum | Gewalt im privaten Raum sichtbar machen

20.November | 13:15 - 15:15 Uhr

Privater Raum | Geschlechterrollen, Macht und Retraditionalisierung

20. November | 15:30 - 17:30 Uhr

Privater Raum | Hilfe, Prävention und strukturelle Lücken

21. November | 10:05 - 12:05 Uhr

Digitaler Raum | Digitale Gewalt sichtbar machen

21. November | 12:50 - 14:50

Digitaler Raum | Narrative, Ideologien und Radikalisierung

21. November | 14:55 - 16:55 Uhr

Digitaler Raum | Schutz, Regulierung und gesellschaftliche Verantwortung

22. November | 10:05 - 12:05

Öffentlicher Raum | Alltägliche Gewalt, Angsträume und Geschlechterrollen

22. November | 12:50 - 14:50 Uhr

Öffentlicher Raum | Geschlechterrollen und Macht

22. November | 14:55 - 16:55 Uhr

Öffentlicher Raum | Schutz und Prävention

Beratung während der Konferenz

Kommt da gerade etwas hoch? Beschäftigt dich ein Thema stärker, als du dachtest? Triggert dich etwas, oder gibt es einfach Redebedarf? Dann bist du hier richtig. Während der gesamten Konferenz sind die Ansprechpersonen des Hamburger Beratungsvereins Dolle Deerns, sowie eine Kollegin unserer Stiftung für dich da. Wir danken dem Team herzlich, dass es diese Aufgabe übernimmt und damit einen geschützten Raum schafft.

Das Team hört dir zu, gibt dir eine erste Orientierung und vermittelt dich bei Bedarf an passende Anlaufstellen. Es handelt sich um eine Verweisberatung. Eine ausführliche oder langfristige Beratung kann hier nicht stattfinden. Weitere Beratungsangebote und Kontakte findest du im Markt der Möglichkeiten.

Das Angebot gilt vom 20. bis 22. November 2026

Glossar: Gewalt und Geschlechterrollen

Was bedeutet eigentlich Patriarchat? Was steckt hinter Begriffen wie Femizid, Retraditionalisierung oder Manosphäre? Rund um das Thema Gewalt und Geschlechterrollen begegnen uns viele Begriffe, die nicht immer selbsterklärend sind. In unserem Glossar erklären wir wichtige Fachbegriffe, gesellschaftliche Zusammenhänge und aktuelle Entwicklungen, die auch in den Vorträgen und Diskussionen unseres Forums „Gewalt im Alltag“ eine Rolle spielen.

Das Glossar erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll eine erste Orientierung bieten, Zusammenhänge verständlicher machen und dabei helfen, den Diskussionen auch ohne Vorwissen folgen zu können.

Ein Abhängigkeitsverhältnis besteht, wenn eine Person in besonderem Maß auf eine andere angewiesen ist – zum Beispiel finanziell, emotional, beruflich oder wegen gemeinsamer Kinder. Solche Abhängigkeiten können es erschweren, sich gegen Gewalt zu wehren oder eine belastende Beziehung zu verlassen. Deshalb spielen sie in vielen Beratungs- und Schutzkonzepten eine wichtige Rolle.

Antifeminismus bezeichnet Einstellungen, Bewegungen und eine politische Strömung, die sich gegen den Feminismus oder gegen Maßnahmen zur Gleichstellung der Geschlechter richten. Antifeministische Positionen können sehr unterschiedlich aussehen. Manche lehnen einzelne gleichstellungspolitische Maßnahmen ab, andere stellen die Notwendigkeit von Gleichberechtigung grundsätzlich infrage oder verbreiten traditionelle Vorstellungen über die Rollen von Frauen und Männern. Antifeminismus kann sich in politischen Debatten, in sozialen Medien oder im Alltag äußern und spielt bei der Verbreitung von geschlechterbezogenen Feindbildern häufig eine Rolle. Weltweit lässt sich eine bestens vernetzte und finanziell sehr gut ausgestattete antifeministische Szene beobachten, die oft Überschneidungen zu rechtsextremen und antidemokratischen Überzeugungen hat. Desinformation und handfeste Agitation sind dabei oft das Mittel der Wahl. Traditionelle Ordnung als Mittel zur Stabilisierung von Macht das verbindende Ziel.

Mit Anzeigebereitschaft ist gemeint, ob Menschen bereit sind, eine Straftat bei der Polizei zu melden. Ob Betroffene Anzeige erstatten, hängt von vielen Faktoren ab – etwa davon, ob sie sich ernst genommen fühlen, Angst vor den Folgen der Anzeige haben oder Vertrauen in Polizei und Justiz haben.

Awareness bedeutet, aufmerksam für Grenzüberschreitungen, Diskriminierung und Gewalt zu sein und Verantwortung für einen respektvollen Umgang miteinander zu übernehmen. Bei Veranstaltungen gibt es oft Awareness-Teams, an die sich Menschen wenden können, wenn sie sich unwohl fühlen oder Unterstützung benötigen.

Der Bystander-Effekt beschreibt ein Phänomen, bei dem Menschen in einer Notsituation eher nicht helfen, wenn viele andere anwesend sind. Oft gehen sie davon aus, dass jemand anderes eingreifen wird. Oder sie sehen das nicht-Eingreifen Anderer als Zeichen dafür, dass die Notsituation gar nicht so schlimm ist. Deshalb ist es wichtig, Verantwortung bewusst zu übernehmen und nicht darauf zu warten, dass andere handeln.

Catcalling bezeichnet unerwünschte anzügliche Bemerkungen, Pfiffe, Gesten oder Zurufe gegenüber anderen Menschen – meist im öffentlichen Raum. Betroffene werden dabei häufig aufgrund ihres Aussehens oder ihres Geschlechts angesprochen. Catcalling ist unangenehm, einschüchternd oder respektlos. Es wird häufig als Form sexueller Belästigung im öffentlichen Raum eingeordnet.

Community-basierte Prävention setzt darauf, dass Gewalt nicht nur durch staatliche Stellen (Polizei und Justiz) verhindert wird, sondern auch durch Vereine, Nachbarschaften, Schulen, Jugendgruppen oder lokale Initiativen. Ziel ist es, Verantwortung auf viele Schultern zu verteilen und frühzeitig Unterstützung anzubieten. Möglichst, noch bevor es überhaupt zu Gewalt kommt.

Deepfakes sind mithilfe künstlicher Intelligenz erstellte oder veränderte Bilder, Videos oder Tonaufnahmen, die echt wirken, obwohl sie manipuliert wurden. Weit verbreitet sind beispielsweise pornografische Inhalte, in die mithilfe künstlicher Intelligenz das Gesicht einer real existierenden Person geschnitten wird. So erscheint es wie ein Reales Video mit dieser Person. Deepfakes können genutzt werden, um Menschen bloßzustellen, Falschinformationen zu verbreiten oder digitale Gewalt auszuüben.

Desinformation sind bewusst verbreitete falsche oder irreführende Informationen. Ziel kann sein, Menschen zu täuschen, Misstrauen zu schüren oder politische Meinungen zu beeinflussen. Im digitalen Raum verbreiten sich Desinformationen oft besonders schnell. Verbreitete Narrative zum Zwecke der Desinformation drehen sich unter anderem rund um Queerfeindlichkeit und Antifeminismus.

Digitale Zivilcourage bedeutet, sich auch im Internet gegen Hass, Diskriminierung oder Gewalt einzusetzen. Das kann heißen, Betroffene zu unterstützen, problematische Inhalte zu melden oder sachlich gegen Falschinformationen zu argumentieren.

Ein Diskurs ist eine gesellschaftliche Debatte über ein bestimmtes Thema. Dabei geht es nicht nur um einzelne Meinungen, sondern auch darum, welche Sichtweisen besonders sichtbar sind und welche weniger Gehör finden.

Feminismus ist eine gesellschaftliche Bewegung, die sich für die Gleichberechtigung und freie Entfaltung aller Geschlechter einsetzt. Ursprünglich standen vor allem gleiche Rechte für Frauen im Mittelpunkt, etwa beim Wahlrecht oder beim Zugang zu Bildung und Beruf. Heute beschäftigt sich Feminismus unter anderem mit Chancengleichheit, geschlechtsspezifischer Gewalt, der Verteilung von Sorgearbeit und dem Abbau von Diskriminierung.

Ein Femizid ist die Tötung einer Frau oder eines Mädchens aufgrund ihres Geschlechts oder im Zusammenhang mit geschlechtsspezifischer Gewalt. Häufig handelt es sich dabei um Taten durch aktuelle oder ehemalige Partner. Der Begriff macht deutlich, dass solche Tötungen oft mit Macht, Kontrolle oder traditionellen Vorstellungen über Geschlechterrollen zusammenhängen und nicht nur als einzelne Gewalttaten betrachtet werden dürfen. Nicht jede Tötung einer Frau ist automatisch ein Femizid – entscheidend ist der Zusammenhang mit geschlechtsspezifischer Gewalt, Macht oder geschlechtsbezogenen Motiven.

Der Gender Pay Gap bezeichnet den Unterschied zwischen dem durchschnittlichen Einkommen von Frauen und Männern. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, etwa unterschiedliche Berufe, Arbeitszeiten oder die Verteilung in Führungspositionen. Ein Teil des Unterschieds lässt sich dadurch erklären, ein anderer Teil bleibt auch nach Berücksichtigung solcher Faktoren bestehen und wird unter anderem mit struktureller Benachteiligung erklärt. Der Gender Pay Gap wird häufig als Indikator dafür genutzt, wie gleichberechtigt Frauen und Männer am Arbeitsmarkt teilhaben können.
In Anlehnung an der Gender Pay Gap wird gibt es noch zahlreiche weitere solcher Ungleichheiten, die mit struktureller Benachteiligung erklärt werden können. Etwa den Gender Pension Gap (durchschnittlich niedrigere Renten bei Frauen aufgrund schlechterer Erwerbschancen im Berufsleben), den Gender Care Gap (ungleiche Verteilung unbezahlter Sorgearbeit), den Gender Data Gap (fehlender wissenschaftliche Daten und Erkenntnisse zur Lebensrealität von Frauen), etc.

Geschlechtergerechtigkeit bedeutet, dass alle Menschen – unabhängig von ihrem Geschlecht – die gleichen Rechte, Chancen und Möglichkeiten haben sollen. Dabei geht es nicht nur um die Gleichbehandlung vor dem Gesetz, sondern auch darum, bestehende Benachteiligungen abzubauen und allen eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Geschlechtergerechtigkeit betrifft viele Bereiche, zum Beispiel Bildung, Beruf, Politik, Familie oder Gesundheit.

Geschlechterrollen sind gesellschaftliche Vorstellungen darüber, wie Frauen, Männer oder Menschen anderer Geschlechter sich verhalten, fühlen oder leben sollten. Sie beeinflussen zum Beispiel Erwartungen an Beruf, Familie, Aussehen oder den Umgang mit Gefühlen. Geschlechterrollen entstehen nicht von Natur aus, sondern verändern sich im Laufe der Zeit, sind kulturell geprägt und unterscheiden sich zwischen verschiedenen Gesellschaften. Sie können Orientierung geben, aber auch dazu führen, dass Menschen Druck verspüren, bestimmter Erwartungen erfüllen zu müssen oder real in ihren Möglichkeiten eingeschränkt werden (beispielsweise auf dem Karriereweg).

Geschlechtsspezifische Gewalt ist Gewalt, die Menschen aufgrund ihres Geschlechts oder aufgrund gesellschaftlicher Vorstellungen über Geschlechter trifft. Sie kann körperlich, psychisch, sexualisiert, digital oder wirtschaftlich sein und findet sowohl im privaten als auch im digitalen und im öffentlichen Raum statt. Frauen und Mädchen sind weltweit besonders häufig von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen. Gleichzeitig können auch Männer sowie Menschen mit unterschiedlichen Geschlechtsidentitäten oder sexuellen Orientierungen geschlechtsspezifische Gewalt erleben. Der Begriff macht deutlich, dass Gewalt oft mit gesellschaftlichen Rollenbildern, Machtverhältnissen und Ungleichheiten zusammenhängt.

Mit Gewaltspirale wird beschrieben, dass Gewalt häufig nicht einmalig bleibt, sondern sich wiederholt und mit der Zeit schwerwiegender werden kann. Deshalb ist frühe Unterstützung für Betroffene und frühzeitige Intervention besonders wichtig.

Die gläserne Decke bezeichnet unsichtbare Hindernisse, die Menschen daran hindern können, in Führungspositionen oder einflussreiche Ämter aufzusteigen – obwohl sie die nötigen Qualifikationen und Erfahrungen mitbringen. Der Begriff macht deutlich, dass diese Hürden oft nicht in Gesetzen oder offiziellen Regeln stehen, sondern durch gesellschaftliche Erwartungen, Vorurteile oder bestehende Strukturen entstehen. Besonders häufig wird die gläserne Decke im Zusammenhang mit Frauen in Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft verwendet. Der Begriff beschreibt jedoch grundsätzlich alle unsichtbaren Barrieren, die den Zugang zu Macht- und Führungspositionen erschweren können.

Hasskriminalität bezeichnet Straftaten, die sich gezielt gegen Menschen richten, weil sie einer bestimmten Gruppe angehören oder ihr zugeschrieben werden. Motive können beispielsweise Misogynie, Rassismus, Ableismus, Queerfeindlichkeit etc sein. Entscheidend ist also die Motivation des Täters, nicht eine reale Identität der überlebenden Person.

“Incel” ist die Abkürzung für “involuntary celibate”, also “unfreiwillig enthaltsam”. In Internetforen hat sich daraus eine Szene entwickelt, in der Frauenfeindlichkeit verbreitet und Gewalt gegen Frauen teilweise verherrlicht wird. Dabei kommt es immer wieder auch zu Überlappungen mit rechtsextremen Ideen und Gruppierungen. Eine Einteilung von Menschen in Kategorien ist weit verbreitet – und damit auch die Idee einer Befreiung aus der Enthaltsamkeit durch eine Veränderung hin zu einem „alpha-Mann“.

Der klebrige Boden beschreibt die Situation, dass Menschen – häufig Frauen – schon am Beginn ihres Berufslebens oder in niedrigeren Positionen nur schwer beruflich aufsteigen können. Ursachen können zum Beispiel ungleiche Verteilung von Sorgearbeit, Teilzeitbeschäftigung, geringere Bezahlung oder fehlende Aufstiegsmöglichkeiten sein. Während die gläserne Decke den Zugang zu den höchsten Führungspositionen beschreibt, macht der klebrige Boden deutlich, dass Hindernisse oft schon deutlich früher im Berufsleben beginnen.

Macht beschreibt die Möglichkeit, Einfluss auf andere Menschen oder auf gesellschaftliche Entscheidungen zu nehmen. Macht ist zunächst weder gut noch schlecht – sie gehört zum Zusammenleben in Familien, Organisationen oder der Politik dazu. Problematisch wird Macht dann, wenn sie genutzt wird, um andere einzuschüchtern, zu kontrollieren oder ihnen Rechte und Handlungsmöglichkeiten zu nehmen. Im Zusammenhang mit Gewalt wird häufig davon gesprochen, dass Gewalt nicht nur körperliche Verletzungen verursacht, sondern auch dazu dient, Macht über andere Menschen auszuüben oder bestehende Machtverhältnisse aufrechtzuerhalten.

Manipulation bedeutet, andere Menschen gezielt so zu beeinflussen, dass sie etwas denken, fühlen oder tun, ohne dies vollständig selbstbestimmt zu entscheiden. Das kann zum Beispiel durch Schuldgefühle, Lügen, Einschüchterung oder das Zurückhalten wichtiger Informationen geschehen. In gewaltvollen Beziehungen wird Manipulation häufig eingesetzt, um Kontrolle auszuüben oder Betroffene daran zu hindern, sich Unterstützung zu suchen.

Die Manosphere ist ein Netzwerk verschiedener Online-Communities, Foren, Podcasts und Social-Media-Kanäle, in denen Themen wie Männlichkeit, Beziehungen und Geschlechterrollen diskutiert werden. Bekannt geworden ist der Begriff vor allem für jene Teile dieses Netzwerks, in denen antifeministische und misogyne (frauenfeindliche) Ideologien verbreitet werden. Dort werden häufig traditionelle Geschlechterrollen idealisiert, Gleichstellung abgelehnt und Frauen für persönliche oder gesellschaftliche Probleme verantwortlich gemacht. Einzelne Gruppen verherrlichen Kontrolle über Frauen, rechtfertigen sexualisierte oder partnerschaftliche Gewalt oder tauschen Strategien aus, wie Frauen manipuliert oder ausgebeutet werden können. Zudem gibt es Überschneidungen mit rechtsextremen Ideologien, Verschwörungserzählungen und anderen Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Forschende und Sicherheitsbehörden sehen deshalb Teile der Manosphere als einen wichtigen Ort, an dem sich antifeministische Einstellungen verfestigen und sich einzelne Menschen weiter radikalisieren können.

Mikroaggressionen sind oft alltägliche Bemerkungen oder Verhaltensweisen, die Menschen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe herabsetzen oder ausschließen. Für Außenstehende wirken sie manchmal unbedeutend, können Betroffene aber dauerhaft belasten – vor allem in der Summe all der „kleinen“ Erfahrungen.

Andererseits beschreibt Misandrie die Abwertung oder Feindseligkeit gegenüber Männern aufgrund ihres Geschlechts. Misandrie kann sich zum Beispiel in beleidigenden Aussagen, Vorurteilen oder einer pauschalen Ablehnung von Männern äußern.

Der Begriff bezeichnet die Abwertung, Feindseligkeit oder den Hass gegenüber Frauen und Mädchen aufgrund ihres Geschlechts. Misogynie kann sich in Sprache, Verhalten, Diskriminierung, Belästigung oder Gewalt zeigen. Sie kann von einzelnen Personen ausgehen, aber auch in gesellschaftlichen Vorstellungen oder Strukturen sichtbar werden.

Ein niedrigschwelliges Angebot ist leicht zugänglich und kann ohne große Hürden genutzt werden. Dazu gehören beispielsweise kostenlose Beratungen, anonyme Hotlines oder Online-Angebote, für die keine komplizierten Anträge notwendig sind.

Von Normalisierung spricht man, wenn problematische Verhaltensweisen mit der Zeit als selbstverständlich angesehen werden. Das kann dazu führen, dass Gewalt oder Diskriminierung weniger wahrgenommen oder seltener hinterfragt werden. Aktuell wird Normalisierung auch als bewusste Strategie diskutiert: Personen oder Gruppen sprechen oder handeln dabei bewusst regelmäßig diskriminierend oder gewaltvoll, damit sich die übrige Bevölkerung daran gewöhnt und diese Diskriminierung/Gewalt immer mehr als normal und weniger als schlimm empfindet.

Objektifizierung bedeutet, einen Menschen hauptsächlich nach seinem Körper oder seiner sexuellen Attraktivität zu bewerten und ihn dadurch als Person weniger wahrzunehmen. Dieses Verhalten ist entwürdigend und kann zur strukturellen Ungleichbehandlung beitragen.

Partnerschaftsgewalt umfasst Gewalt zwischen Menschen, die in einer Beziehung leben oder gelebt haben. Dazu gehören körperliche, psychische, sexualisierte, digitale und wirtschaftliche Gewalt.

Patriarchat bezeichnet gesellschaftliche Strukturen, in denen Männer historisch und häufig auch heute mehr Macht, Einfluss und Entscheidungsmöglichkeiten besitzen als Frauen. Das kann sich zum Beispiel in Politik, Wirtschaft, Familie oder anderen Bereichen des Zusammenlebens zeigen. Der Begriff beschreibt gesellschaftliche Verhältnisse und nicht einzelne Personen. Er wird genutzt, um zu erklären, wie Macht und Chancen zwischen den Geschlechtern verteilt sind und welche Folgen das für den Alltag vieler Menschen haben kann. Geschlechtsspezifische und antifeministische Gewalt gilt dabei als extremster Auswuchs des Patriarchats – und gleichsam als eine zentrale Stütze dafür.

Eine Präventionskette beschreibt das Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen, die Gewalt möglichst früh verhindern sollen. Dazu gehören Bildung, Beratung, soziale Unterstützung, Polizei, Justiz und Hilfsangebote.

Queerfeindlichkeit bezeichnet die Abwertung, Ausgrenzung oder Diskriminierung von Menschen, deren sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität von gesellschaftlichen Normerwartungen abweicht. Betroffen sind zum Beispiel lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, intergeschlechtliche oder nicht-binäre Menschen sowie andere Personen, die sich als queer bezeichnen. Queerfeindlichkeit kann sich in beleidigender Sprache, Benachteiligung, Belästigung oder Gewalt äußern. Sie kann von einzelnen Personen ausgehen, aber auch in gesellschaftlichen Strukturen oder Vorurteilen sichtbar werden.

Retraditionalisierung bedeutet, dass traditionelle Vorstellungen über die Geschlechterrollen von Frauen und Männern wieder stärker an Bedeutung gewinnen. So wird zum Beispiel wieder häufiger erwartet und als normal erachtet, dass Frauen sich vor allem um Familie und Haushalt kümmern, während Männer die finanzielle Verantwortung übernehmen. Solche Entwicklungen können Auswirkungen auf die Gleichstellung haben und beeinflussen, wie Aufgaben, Chancen und Verantwortung in einer Gesellschaft verteilt werden. Sie werden in online Foren (zum Teil mit bewusst politischer Absicht) zunehmend normalisiert.

Ein Safe Space ist ein Ort, an dem Menschen möglichst frei von Diskriminierung, Belästigung oder Gewalt miteinander umgehen können. Vollständige Sicherheit lässt sich zwar nie garantieren, dennoch sollen klare Regeln und Unterstützung dazu beitragen, dass sich möglichst alle wohlfühlen.

Ein Schutzkonzept ist ein Plan, mit dem Organisationen Gewalt vorbeugen und angemessen auf Grenzüberschreitungen reagieren wollen. Dazu gehören klare Regeln, Ansprechpersonen, Fortbildungen und Verfahren für den Ernstfall.

Eine Schutzlücke entsteht, wenn Menschen trotz bestehender Gesetze oder Hilfsangebote nicht ausreichend geschützt werden. Gründe können fehlende Plätze in Frauenhäusern, unzureichende Finanzierung von Beratungsstellen oder rechtliche Lücken sein.

Von sekundärer Viktimisierung spricht man, wenn Betroffene nach einer Gewalterfahrung zusätzlich belastet werden – etwa weil ihnen nicht geglaubt wird, sie beschuldigt oder respektlos behandelt werden. Auch gut gemeinte Reaktionen („trag doch in Zukunft etwas längere Röcke“) können unbeabsichtigt verletzend sein.

Soziale Kontrolle beschreibt, wie Menschen sich gegenseitig durch Erwartungen, Regeln oder Reaktionen beeinflussen. Sie kann helfen, Gewalt zu verhindern, kann aber auch dazu führen, dass Betroffene aus Angst vor der Meinung anderer schweigen.

Stalking bedeutet, dass eine Person eine andere wiederholt verfolgt, belästigt oder überwacht und dadurch Angst oder Unsicherheit auslöst. Das kann persönlich oder über digitale Medien geschehen.

Von Täter-Opfer-Umkehr spricht man, wenn die Verantwortung für Gewalt den Betroffenen zugeschrieben wird, während das Verhalten der Täter*innen relativiert oder entschuldigt wird.

Traumasensible Unterstützung bedeutet, dass Fachkräfte berücksichtigen, welche Auswirkungen belastende Erfahrungen auf Menschen haben können. Ziel ist es, Betroffene nicht zusätzlich zu belasten und ihnen mit Verständnis, Respekt und Sicherheit zu begegnen.

Viele Menschen, die Gewalt erfahren haben, bezeichnen sich lieber als “Überlebende” statt als “Opfer”. Der Begriff betont, dass sie trotz der erlebten Gewalt weiterleben und eigene Handlungsmöglichkeiten besitzen. Welche Bezeichnung verwendet wird, ist eine persönliche Entscheidung.

Vulnerabilität bedeutet Verletzlichkeit. Manche Menschen haben aufgrund ihrer Lebenssituation, ihres Alters, einer Behinderung oder anderer Faktoren ein höheres Risiko, Gewalt oder Diskriminierung zu erleben. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese Menschen schwach sind.

Nicht nur Betroffene und Täterinnen spielen bei Gewalt eine Rolle. Auch Menschen, die Gewalt beobachten oder davon erfahren, können dazu beitragen, dass Hilfe organisiert oder Gewalt beendet wird. Die Zeuginnenperspektive beschäftigt sich mit dieser Verantwortung.

Zwangskontrolle ist ein anderer Begriff für Coercive Control. Gemeint ist ein Verhalten, bei dem eine Person systematisch versucht, das Leben einer anderen Person zu bestimmen – etwa durch Kontrolle, Einschüchterung, Isolation oder finanzielle Abhängigkeit.

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