Forum „Gewalt im Alltag“ 2026
Das Veranstaltungsprogramm
Drei Tage, drei Räume, viele Perspektiven: Bei unserem Forum „Gewalt im Alltag“ beschäftigen wir uns in diesem Jahr mit dem Zusammenhang von Gewalt und Geschlechterrollen.
Am ersten Tag steht Gewalt im privaten Raum im Mittelpunkt, am zweiten Tag richten wir den Blick auf den digitalen Raum und am dritten Tag beschäftigen wir uns mit Gewalt im öffentlichen Raum. Gemeinsam mit Expert:innen aus Wissenschaft, Politik, NGOs und der Hilfelandschaft sowie mit Betroffenen beleuchten wir unterschiedliche Formen von Gewalt, hinterfragen gesellschaftliche Rollenbilder und diskutieren Möglichkeiten für Schutz und Prävention.
Kurze fachliche Impulse und anschließende Gesprächsrunden bieten Raum für unterschiedliche Perspektiven und Fragen aus dem Publikum.
Das detaillierte Programm mit allen Themen, Uhrzeiten und Speaker:innen veröffentlichen wir in Kürze an dieser Stelle.
Unsere Speaker:innen
Gewalt und Geschlechterrollen haben viele Facetten. Deshalb bringen wir bei „Gewalt im Alltag“ unterschiedliche Perspektiven zusammen: Menschen aus Wissenschaft, Politik, NGOs und der Hilfelandschaft sowie Menschen, die selbst Gewalt erlebt haben. Sie teilen ihr Wissen, ihre Erfahrungen und persönlichen Geschichten, hinterfragen gesellschaftliche Rollenbilder und diskutieren, was sich verändern muss.
Hier stellen wir unsere Speaker:innen vor, sortiert nach Veranstaltungstagen und Themenschwerpunkten.
Einführung und Moderation
20. November | 10:30 – 12:30
Privater Raum | Gewalt im privaten Raum sichtbar machen
20.November | 13:15 - 15:15 Uhr
Privater Raum | Geschlechterrollen, Macht und Retraditionalisierung
20. November | 15:30 - 17:30 Uhr
Privater Raum | Hilfe, Prävention und strukturelle Lücken
21. November | 10:05 - 12:05 Uhr
Digitaler Raum | Digitale Gewalt sichtbar machen
21. November | 12:50 - 14:50
Digitaler Raum | Narrative, Ideologien und Radikalisierung
21. November | 14:55 - 16:55 Uhr
Digitaler Raum | Schutz, Regulierung und gesellschaftliche Verantwortung
22. November | 10:05 - 12:05
Öffentlicher Raum | Alltägliche Gewalt, Angsträume und Geschlechterrollen
22. November | 12:50 - 14:50 Uhr
Öffentlicher Raum | Geschlechterrollen und Macht
22. November | 14:55 - 16:55 Uhr
Öffentlicher Raum | Schutz und Prävention
Beratung während der Konferenz
Kommt da gerade etwas hoch? Beschäftigt dich ein Thema stärker, als du dachtest? Triggert dich etwas, oder gibt es einfach Redebedarf? Dann bist du hier richtig. Während der gesamten Konferenz sind die Ansprechpersonen des Hamburger Beratungsvereins Dolle Deerns, sowie eine Kollegin unserer Stiftung für dich da. Wir danken dem Team herzlich, dass es diese Aufgabe übernimmt und damit einen geschützten Raum schafft.
Das Team hört dir zu, gibt dir eine erste Orientierung und vermittelt dich bei Bedarf an passende Anlaufstellen. Es handelt sich um eine Verweisberatung. Eine ausführliche oder langfristige Beratung kann hier nicht stattfinden. Weitere Beratungsangebote und Kontakte findest du im Markt der Möglichkeiten.
Das Angebot gilt vom 20. bis 22. November 2026
Glossar: Gewalt und Geschlechterrollen
Was bedeutet eigentlich Patriarchat? Was steckt hinter Begriffen wie Femizid, Retraditionalisierung oder Manosphäre? Rund um das Thema Gewalt und Geschlechterrollen begegnen uns viele Begriffe, die nicht immer selbsterklärend sind. In unserem Glossar erklären wir wichtige Fachbegriffe, gesellschaftliche Zusammenhänge und aktuelle Entwicklungen, die auch in den Vorträgen und Diskussionen unseres Forums „Gewalt im Alltag“ eine Rolle spielen.
Das Glossar erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll eine erste Orientierung bieten, Zusammenhänge verständlicher machen und dabei helfen, den Diskussionen auch ohne Vorwissen folgen zu können.
A relationship of dependency exists when one person is particularly reliant on another – for example, financially, emotionally, professionally, or because of shared children. Such dependencies can make it difficult to defend oneself against violence or to leave an abusive relationship. Therefore, they play an important role in many counseling and protection programs.
Antifeminismus bezeichnet Einstellungen, Bewegungen und eine politische Strömung, die sich gegen den Feminismus oder gegen Maßnahmen zur Gleichstellung der Geschlechter richten. Antifeministische Positionen können sehr unterschiedlich aussehen. Manche lehnen einzelne gleichstellungspolitische Maßnahmen ab, andere stellen die Notwendigkeit von Gleichberechtigung grundsätzlich infrage oder verbreiten traditionelle Vorstellungen über die Rollen von Frauen und Männern. Antifeminismus kann sich in politischen Debatten, in sozialen Medien oder im Alltag äußern und spielt bei der Verbreitung von geschlechterbezogenen Feindbildern häufig eine Rolle. Weltweit lässt sich eine bestens vernetzte und finanziell sehr gut ausgestattete antifeministische Szene beobachten, die oft Überschneidungen zu rechtsextremen und antidemokratischen Überzeugungen hat. Desinformation und handfeste Agitation sind dabei oft das Mittel der Wahl. Traditionelle Ordnung als Mittel zur Stabilisierung von Macht das verbindende Ziel.
Mit Anzeigebereitschaft ist gemeint, ob Menschen bereit sind, eine Straftat bei der Polizei zu melden. Ob Betroffene Anzeige erstatten, hängt von vielen Faktoren ab – etwa davon, ob sie sich ernst genommen fühlen, Angst vor den Folgen der Anzeige haben oder Vertrauen in Polizei und Justiz haben.
Awareness bedeutet, aufmerksam für Grenzüberschreitungen, Diskriminierung und Gewalt zu sein und Verantwortung für einen respektvollen Umgang miteinander zu übernehmen. Bei Veranstaltungen gibt es oft Awareness-Teams, an die sich Menschen wenden können, wenn sie sich unwohl fühlen oder Unterstützung benötigen.
Der Bystander-Effekt beschreibt ein Phänomen, bei dem Menschen in einer Notsituation eher nicht helfen, wenn viele andere anwesend sind. Oft gehen sie davon aus, dass jemand anderes eingreifen wird. Oder sie sehen das nicht-Eingreifen Anderer als Zeichen dafür, dass die Notsituation gar nicht so schlimm ist. Deshalb ist es wichtig, Verantwortung bewusst zu übernehmen und nicht darauf zu warten, dass andere handeln.
Catcalling bezeichnet unerwünschte anzügliche Bemerkungen, Pfiffe, Gesten oder Zurufe gegenüber anderen Menschen – meist im öffentlichen Raum. Betroffene werden dabei häufig aufgrund ihres Aussehens oder ihres Geschlechts angesprochen. Catcalling ist unangenehm, einschüchternd oder respektlos. Es wird häufig als Form sexueller Belästigung im öffentlichen Raum eingeordnet.
Community-basierte Prävention setzt darauf, dass Gewalt nicht nur durch staatliche Stellen (Polizei und Justiz) verhindert wird, sondern auch durch Vereine, Nachbarschaften, Schulen, Jugendgruppen oder lokale Initiativen. Ziel ist es, Verantwortung auf viele Schultern zu verteilen und frühzeitig Unterstützung anzubieten. Möglichst, noch bevor es überhaupt zu Gewalt kommt.
Consent bedeutet, dass alle beteiligten Personen einer Handlung freiwillig und informiert zustimmen. Besonders im Zusammenhang mit Sexualität ist Consent ein zentrales Prinzip. Schweigen, Unsicherheit oder Druck gelten nicht als Zustimmung. Einverständnis kann außerdem jederzeit zurückgenommen werden.
Deepfakes sind mithilfe künstlicher Intelligenz erstellte oder veränderte Bilder, Videos oder Tonaufnahmen, die echt wirken, obwohl sie manipuliert wurden. Weit verbreitet sind beispielsweise pornografische Inhalte, in die mithilfe künstlicher Intelligenz das Gesicht einer real existierenden Person geschnitten wird. So erscheint es wie ein Reales Video mit dieser Person. Deepfakes können genutzt werden, um Menschen bloßzustellen, Falschinformationen zu verbreiten oder digitale Gewalt auszuüben.
Desinformation sind bewusst verbreitete falsche oder irreführende Informationen. Ziel kann sein, Menschen zu täuschen, Misstrauen zu schüren oder politische Meinungen zu beeinflussen. Im digitalen Raum verbreiten sich Desinformationen oft besonders schnell. Verbreitete Narrative zum Zwecke der Desinformation drehen sich unter anderem rund um Queerfeindlichkeit und Antifeminismus.
Digital civic courage means standing up against hate, discrimination, or violence online. This can mean supporting victims, reporting problematic content, or arguing factually against misinformation.
Ein Diskurs ist eine gesellschaftliche Debatte über ein bestimmtes Thema. Dabei geht es nicht nur um einzelne Meinungen, sondern auch darum, welche Sichtweisen besonders sichtbar sind und welche weniger Gehör finden.
Feminismus ist eine gesellschaftliche Bewegung, die sich für die Gleichberechtigung und freie Entfaltung aller Geschlechter einsetzt. Ursprünglich standen vor allem gleiche Rechte für Frauen im Mittelpunkt, etwa beim Wahlrecht oder beim Zugang zu Bildung und Beruf. Heute beschäftigt sich Feminismus unter anderem mit Chancengleichheit, geschlechtsspezifischer Gewalt, der Verteilung von Sorgearbeit und dem Abbau von Diskriminierung.
Ein Femizid ist die Tötung einer Frau oder eines Mädchens aufgrund ihres Geschlechts oder im Zusammenhang mit geschlechtsspezifischer Gewalt. Häufig handelt es sich dabei um Taten durch aktuelle oder ehemalige Partner. Der Begriff macht deutlich, dass solche Tötungen oft mit Macht, Kontrolle oder traditionellen Vorstellungen über Geschlechterrollen zusammenhängen und nicht nur als einzelne Gewalttaten betrachtet werden dürfen. Nicht jede Tötung einer Frau ist automatisch ein Femizid – entscheidend ist der Zusammenhang mit geschlechtsspezifischer Gewalt, Macht oder geschlechtsbezogenen Motiven.
The gender pay gap refers to the difference between the average income of women and men. Various factors play a role, such as different professions, working hours, and the distribution of leadership positions. Part of the difference can be explained by these factors, while another part remains even after accounting for them and is explained, among other things, by structural disadvantages. The gender pay gap is frequently used as an indicator of how equally women and men can participate in the labor market.
Similar to the gender pay gap, there are numerous other such inequalities that can be explained by structural disadvantages. These include the gender pension gap (on average lower pensions for women due to poorer employment opportunities), the gender care gap (unequal distribution of unpaid care work), the gender data gap (lack of scientific data and insights into the lived realities of women), etc.
Geschlechtergerechtigkeit bedeutet, dass alle Menschen – unabhängig von ihrem Geschlecht – die gleichen Rechte, Chancen und Möglichkeiten haben sollen. Dabei geht es nicht nur um die Gleichbehandlung vor dem Gesetz, sondern auch darum, bestehende Benachteiligungen abzubauen und allen eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Geschlechtergerechtigkeit betrifft viele Bereiche, zum Beispiel Bildung, Beruf, Politik, Familie oder Gesundheit.
Geschlechterrollen sind gesellschaftliche Vorstellungen darüber, wie Frauen, Männer oder Menschen anderer Geschlechter sich verhalten, fühlen oder leben sollten. Sie beeinflussen zum Beispiel Erwartungen an Beruf, Familie, Aussehen oder den Umgang mit Gefühlen. Geschlechterrollen entstehen nicht von Natur aus, sondern verändern sich im Laufe der Zeit, sind kulturell geprägt und unterscheiden sich zwischen verschiedenen Gesellschaften. Sie können Orientierung geben, aber auch dazu führen, dass Menschen Druck verspüren, bestimmter Erwartungen erfüllen zu müssen oder real in ihren Möglichkeiten eingeschränkt werden (beispielsweise auf dem Karriereweg).
Geschlechtsspezifische Gewalt ist Gewalt, die Menschen aufgrund ihres Geschlechts oder aufgrund gesellschaftlicher Vorstellungen über Geschlechter trifft. Sie kann körperlich, psychisch, sexualisiert, digital oder wirtschaftlich sein und findet sowohl im privaten als auch im digitalen und im öffentlichen Raum statt. Frauen und Mädchen sind weltweit besonders häufig von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen. Gleichzeitig können auch Männer sowie Menschen mit unterschiedlichen Geschlechtsidentitäten oder sexuellen Orientierungen geschlechtsspezifische Gewalt erleben. Der Begriff macht deutlich, dass Gewalt oft mit gesellschaftlichen Rollenbildern, Machtverhältnissen und Ungleichheiten zusammenhängt.
Mit Gewaltspirale wird beschrieben, dass Gewalt häufig nicht einmalig bleibt, sondern sich wiederholt und mit der Zeit schwerwiegender werden kann. Deshalb ist frühe Unterstützung für Betroffene und frühzeitige Intervention besonders wichtig.
The glass ceiling refers to invisible barriers that can prevent people from rising to leadership positions or influential offices – even if they possess the necessary qualifications and experience. The term highlights that these hurdles are often not found in laws or official regulations, but rather arise from societal expectations, prejudices, or existing structures. The glass ceiling is particularly frequently used in connection with women in politics, business, or academia. However, the term generally describes all invisible barriers that can hinder access to positions of power and leadership.
Hasskriminalität bezeichnet Straftaten, die sich gezielt gegen Menschen richten, weil sie einer bestimmten Gruppe angehören oder ihr zugeschrieben werden. Motive können beispielsweise Misogynie, Rassismus, Ableismus, Queerfeindlichkeit etc sein. Entscheidend ist also die Motivation des Täters, nicht eine reale Identität der überlebenden Person.
“Incel” ist die Abkürzung für “involuntary celibate”, also “unfreiwillig enthaltsam”. In Internetforen hat sich daraus eine Szene entwickelt, in der Frauenfeindlichkeit verbreitet und Gewalt gegen Frauen teilweise verherrlicht wird. Dabei kommt es immer wieder auch zu Überlappungen mit rechtsextremen Ideen und Gruppierungen. Eine Einteilung von Menschen in Kategorien ist weit verbreitet – und damit auch die Idee einer Befreiung aus der Enthaltsamkeit durch eine Veränderung hin zu einem „alpha-Mann“.
Der klebrige Boden beschreibt die Situation, dass Menschen – häufig Frauen – schon am Beginn ihres Berufslebens oder in niedrigeren Positionen nur schwer beruflich aufsteigen können. Ursachen können zum Beispiel ungleiche Verteilung von Sorgearbeit, Teilzeitbeschäftigung, geringere Bezahlung oder fehlende Aufstiegsmöglichkeiten sein. Während die gläserne Decke den Zugang zu den höchsten Führungspositionen beschreibt, macht der klebrige Boden deutlich, dass Hindernisse oft schon deutlich früher im Berufsleben beginnen.
Power describes the ability to influence other people or societal decisions. Power is inherently neither good nor bad – it is a part of life in families, organizations, and politics. Power becomes problematic when it is used to intimidate or control others, or to deprive them of their rights and agency. In the context of violence, it is often said that violence not only causes physical harm but also serves to exert power over others or to maintain existing power structures.
Manipulation means deliberately influencing other people to think, feel, or act in a way that is not entirely their own decision. This can be done, for example, through guilt, lies, intimidation, or withholding important information. In abusive relationships, manipulation is frequently used to exert control or to prevent victims from seeking help.
Die Manosphere ist ein Netzwerk verschiedener Online-Communities, Foren, Podcasts und Social-Media-Kanäle, in denen Themen wie Männlichkeit, Beziehungen und Geschlechterrollen diskutiert werden. Bekannt geworden ist der Begriff vor allem für jene Teile dieses Netzwerks, in denen antifeministische und misogyne (frauenfeindliche) Ideologien verbreitet werden. Dort werden häufig traditionelle Geschlechterrollen idealisiert, Gleichstellung abgelehnt und Frauen für persönliche oder gesellschaftliche Probleme verantwortlich gemacht. Einzelne Gruppen verherrlichen Kontrolle über Frauen, rechtfertigen sexualisierte oder partnerschaftliche Gewalt oder tauschen Strategien aus, wie Frauen manipuliert oder ausgebeutet werden können. Zudem gibt es Überschneidungen mit rechtsextremen Ideologien, Verschwörungserzählungen und anderen Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Forschende und Sicherheitsbehörden sehen deshalb Teile der Manosphere als einen wichtigen Ort, an dem sich antifeministische Einstellungen verfestigen und sich einzelne Menschen weiter radikalisieren können.
Mikroaggressionen sind oft alltägliche Bemerkungen oder Verhaltensweisen, die Menschen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe herabsetzen oder ausschließen. Für Außenstehende wirken sie manchmal unbedeutend, können Betroffene aber dauerhaft belasten – vor allem in der Summe all der „kleinen“ Erfahrungen.
Andererseits beschreibt Misandrie die Abwertung oder Feindseligkeit gegenüber Männern aufgrund ihres Geschlechts. Misandrie kann sich zum Beispiel in beleidigenden Aussagen, Vorurteilen oder einer pauschalen Ablehnung von Männern äußern.
Der Begriff bezeichnet die Abwertung, Feindseligkeit oder den Hass gegenüber Frauen und Mädchen aufgrund ihres Geschlechts. Misogynie kann sich in Sprache, Verhalten, Diskriminierung, Belästigung oder Gewalt zeigen. Sie kann von einzelnen Personen ausgehen, aber auch in gesellschaftlichen Vorstellungen oder Strukturen sichtbar werden.
Ein niedrigschwelliges Angebot ist leicht zugänglich und kann ohne große Hürden genutzt werden. Dazu gehören beispielsweise kostenlose Beratungen, anonyme Hotlines oder Online-Angebote, für die keine komplizierten Anträge notwendig sind.
Normalization occurs when problematic behaviors become accepted as normal over time. This can lead to violence or discrimination being perceived less or questioned less frequently. Currently, normalization is also being discussed as a deliberate strategy: individuals or groups consciously and regularly use discriminatory or violent language or behavior so that the rest of the population becomes accustomed to it and increasingly perceives this discrimination/violence as normal and less problematic.
Objectification means judging a person primarily based on their body or sexual attractiveness, thereby diminishing their value as a person. This behavior is degrading and can contribute to structural inequality.
Partnerschaftsgewalt umfasst Gewalt zwischen Menschen, die in einer Beziehung leben oder gelebt haben. Dazu gehören körperliche, psychische, sexualisierte, digitale und wirtschaftliche Gewalt.
Patriarchat bezeichnet gesellschaftliche Strukturen, in denen Männer historisch und häufig auch heute mehr Macht, Einfluss und Entscheidungsmöglichkeiten besitzen als Frauen. Das kann sich zum Beispiel in Politik, Wirtschaft, Familie oder anderen Bereichen des Zusammenlebens zeigen. Der Begriff beschreibt gesellschaftliche Verhältnisse und nicht einzelne Personen. Er wird genutzt, um zu erklären, wie Macht und Chancen zwischen den Geschlechtern verteilt sind und welche Folgen das für den Alltag vieler Menschen haben kann. Geschlechtsspezifische und antifeministische Gewalt gilt dabei als extremster Auswuchs des Patriarchats – und gleichsam als eine zentrale Stütze dafür.
Eine Präventionskette beschreibt das Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen, die Gewalt möglichst früh verhindern sollen. Dazu gehören Bildung, Beratung, soziale Unterstützung, Polizei, Justiz und Hilfsangebote.
Queerphobia refers to the devaluation, exclusion, or discrimination of people whose sexual orientation or gender identity deviates from societal norms. This includes, for example, lesbian, gay, bisexual, trans*, intersex, or non-binary people, as well as other individuals who identify as queer. Queerphobia can manifest itself in offensive language, discrimination, harassment, or violence. It can originate from individuals but can also be evident in societal structures or prejudices.
Retraditionalisierung bedeutet, dass traditionelle Vorstellungen über die Geschlechterrollen von Frauen und Männern wieder stärker an Bedeutung gewinnen. So wird zum Beispiel wieder häufiger erwartet und als normal erachtet, dass Frauen sich vor allem um Familie und Haushalt kümmern, während Männer die finanzielle Verantwortung übernehmen. Solche Entwicklungen können Auswirkungen auf die Gleichstellung haben und beeinflussen, wie Aufgaben, Chancen und Verantwortung in einer Gesellschaft verteilt werden. Sie werden in online Foren (zum Teil mit bewusst politischer Absicht) zunehmend normalisiert.
Ein Safe Space ist ein Ort, an dem Menschen möglichst frei von Diskriminierung, Belästigung oder Gewalt miteinander umgehen können. Vollständige Sicherheit lässt sich zwar nie garantieren, dennoch sollen klare Regeln und Unterstützung dazu beitragen, dass sich möglichst alle wohlfühlen.
Ein Schutzkonzept ist ein Plan, mit dem Organisationen Gewalt vorbeugen und angemessen auf Grenzüberschreitungen reagieren wollen. Dazu gehören klare Regeln, Ansprechpersonen, Fortbildungen und Verfahren für den Ernstfall.
Eine Schutzlücke entsteht, wenn Menschen trotz bestehender Gesetze oder Hilfsangebote nicht ausreichend geschützt werden. Gründe können fehlende Plätze in Frauenhäusern, unzureichende Finanzierung von Beratungsstellen oder rechtliche Lücken sein.
Von sekundärer Viktimisierung spricht man, wenn Betroffene nach einer Gewalterfahrung zusätzlich belastet werden – etwa weil ihnen nicht geglaubt wird, sie beschuldigt oder respektlos behandelt werden. Auch gut gemeinte Reaktionen („trag doch in Zukunft etwas längere Röcke“) können unbeabsichtigt verletzend sein.
Soziale Kontrolle beschreibt, wie Menschen sich gegenseitig durch Erwartungen, Regeln oder Reaktionen beeinflussen. Sie kann helfen, Gewalt zu verhindern, kann aber auch dazu führen, dass Betroffene aus Angst vor der Meinung anderer schweigen.
Stalking means that one person repeatedly follows, harasses, or monitors another, causing fear or insecurity. This can happen in person or via digital media.
Von Täter-Opfer-Umkehr spricht man, wenn die Verantwortung für Gewalt den Betroffenen zugeschrieben wird, während das Verhalten der Täter*innen relativiert oder entschuldigt wird.
Traumasensible Unterstützung bedeutet, dass Fachkräfte berücksichtigen, welche Auswirkungen belastende Erfahrungen auf Menschen haben können. Ziel ist es, Betroffene nicht zusätzlich zu belasten und ihnen mit Verständnis, Respekt und Sicherheit zu begegnen.
Viele Menschen, die Gewalt erfahren haben, bezeichnen sich lieber als “Überlebende” statt als “Opfer”. Der Begriff betont, dass sie trotz der erlebten Gewalt weiterleben und eigene Handlungsmöglichkeiten besitzen. Welche Bezeichnung verwendet wird, ist eine persönliche Entscheidung.
Vulnerabilität bedeutet Verletzlichkeit. Manche Menschen haben aufgrund ihrer Lebenssituation, ihres Alters, einer Behinderung oder anderer Faktoren ein höheres Risiko, Gewalt oder Diskriminierung zu erleben. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese Menschen schwach sind.
Nicht nur Betroffene und Täterinnen spielen bei Gewalt eine Rolle. Auch Menschen, die Gewalt beobachten oder davon erfahren, können dazu beitragen, dass Hilfe organisiert oder Gewalt beendet wird. Die Zeuginnenperspektive beschäftigt sich mit dieser Verantwortung.
Zwangskontrolle ist ein anderer Begriff für Coercive Control. Gemeint ist ein Verhalten, bei dem eine Person systematisch versucht, das Leben einer anderen Person zu bestimmen – etwa durch Kontrolle, Einschüchterung, Isolation oder finanzielle Abhängigkeit.







































